Konzeptuelle Vorüberlegungen

Unsre Ziele

Im Sheridangelände stellt die Stadt Augsburg Grundstücke für gemeinschaftliches Bauen bereit.

Link: https://www.augsburg.de/buergerservice-rathaus/wohnen-und-bauen/gemeinschaftliches-bauen

Nach einem Konzeptvergabeverfahren erhalten die sich bewerbenden

Baugemeinschaften den Zuschlag zum Bauen.

 

Wir sind die Baugemeinschaft ZusammenSein und wollen dieses sich entwickelnde
Quartier bereichern durch eine gemeinschaftsorientierte Wohnform für Menschen,
die in ihrer dritten Lebensphase zum gesamtgesellschaftlichen Miteinander
beitragen wollen mit unseren Impulsen:

 

Gemeinsam:
Vereinsamung im Alter ist ein großes gesellschaftliches Problem, zum einen wird
die Kernfamilie immer kleiner, die Kinder ziehen aus, der Partner stirbt vielleicht.
Zum anderen lässt die Mobilität langsam nach, der Aktionsradius reduziert sich.
Schön, wenn dann direkt nebenan, oder sogar durch eine Gemeinschaftsküche
verbunden in einem Cluster, Menschen wohnen, die sich auf die Gemeinschaft
einlassen wollen, und wenn die Wohnung weiter benutzt werden kann, auch wenn
Treppen und Unebenheiten schwer oder nicht mehr bewältigt werden können.
Die Menschen, die sich bisher in dieser Baugemeinschaft schon
zusammengefunden haben, kennen sich teilweise schon viele Jahre und freuen
sich auf die räumliche Nähe und die Gestaltung des Miteinanders, bei Achtung
der jeweiligen individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse! So soll ein Höchstmaß
an Selbstbestimmung aller bis ins hohe Alter ermöglicht werden.

 

Sozial:
Der Lauf des Lebens führt zu ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen für
den nun anstehenden Lebensabschnitt. Daher ergibt sich eine sinnvoll zu
gestaltende Trennung von Finanzkraft und Wohnen. Wir haben uns intensiv mit
dem Thema „gemeinsames Wohnen“ in Verbindung mit dessen Finanzierung
beschäftigt. Uns ist unsere Gemeinschaft wichtig. Um mit den Menschen
zusammen wohnen zu können, die zu uns passen und das möchten, haben wir uns
ein Sozial-Konzept überlegt, bei dem einzelne Bauherren eine weitere Wohnung
finanzieren, die dann ohne Gewinnabsicht vermietet wird. Finanzkräftigere
stellen Wohnraum zu sozial angemessenen Konditionen zur Verfügung, sodass die
Wohnmöglichkeit nicht in Konkurrenz zum Marktwert tritt.
Gemeinschaftsräume können von allen gleichermaßen genützt werden, ebenso
Dachterrasse oder Gemeinschaftsgarten mit Grillplatz zur Begegnung.
Zusätzlich sollen möglichst weitere nutzbare Räume entstehen wie z.B. Atelier,
Werkstatt, gemeinsames Gäste-Appartement …. etc.
Nach Bezug des Gebäudes sollen die Entscheidungen über die Belegung
vermieteter Wohnungen von der Gemeinschaft der BewohnerInnen,

nicht nur den Eigentümern, demokratisch getroffen werden.

Dies wollen wir auch im Teilungsvertrag verankern.
(Vorerst könnten auch zwei Appartements für Studenten entstehen, die dann
später als Wohngelegenheit für Pflegekräfte zur Verfügung stehen würden.)

 

Sinnstiftend:
In Zeiten intensiver Berufstätigkeit wird oft die geistige Dimension der Welt
und des Menschseins vernachlässigt. Darum freuen wir uns auch darauf

mit Achtsamkeit und seelischer Weiterentwicklung (z.B. durch Meditation und freie
Religiosität) einen Beitrag zur Entschleunigung und Sinnfindung zu erbringen.
Dabei wissen wir zu schätzen, dass in den ganz persönlichen Zugängen jeder
einzelnen Persönlichkeit Chancen und Potentiale liegen.

 

Ökologisch:
Unsere Umwelt für die Nachwelt erhalten, die Welt begreifen als Geschenk,

das es zu bewahren und zu entwickeln gilt – je länger wir leben, umso bewusster
nehmen wir diesen Zusammenhang wahr und möchten uns für Nachhaltigkeit

in der Verwendung von Materialien, aber auch in Prozessen und allgemein
Lebenszusammenhängen einsetzen. Umsetzen möchten wir dies, indem wir

beim Bau und bei der Gestaltung des Umraums den Einklang mit der Natur suchen,
z.B. einen naturnahen Garten anlegen und Balkone und Dachterrasse im Sinne
eines „urban gardening“ bepflanzen.

 

Architektur:
Wir setzen auf eine hochwertige, identitätsstiftende Architektur.

Die Abstimmung der Materialien und der Farbigkeit

wird einen hohen Stellenwert haben.

Wertbeständigkeit und Nachhaltigkeit

sollen für eine hohe Lebensdauer des Gebäudes sorgen.
Wir wollen eine möglichst hohe Flexibilität der Wohnungen erreichen,

um den weiteren Lebensphasen gerecht werden zu können.

Klassische Flure als nicht nutzbare Flächen wollen wir vermeiden,

großzügige Räume, aber auch Rückzugsflächen sind uns wichtig.
Die Erschließung soll kommunikativ, einladend und persönlich sein.

 

Mobilität:
Beweglich zu bleiben heißt heute auch Lebensqualität erhalten.

Zugleich benötigen wir dazu eine neue Umsetzungshaltung.

Wir können uns ein Mobilitätskonzept vorstellen, bei dem Car-Sharing oder

ein gemeinsames Poolcar, das für alle BewohnerInnen zur Verfügung steht, angedacht werden.
Wir wollen lieber Fahrrad-Unterstände statt für jede Wohnung Parkplätze zu schaffen.
Organisation von Mitfahrgelegenheiten

 

Mehrwert fürs Quartier:
Aus der Darstellung unserer eigenen Impulse

ergibt sich ein breites Angebot für das zu entwickelnde Wohnquartier:
Ein von uns gepflegter „Raum der Stille“

soll für alle daran interessierten Menschen

öffentlich zugänglich gemacht werden.
Ein Kräutergarten kann nicht nur uns selbst versorgen,

sondern auch andere Menschen einladen zur Bereicherung der eigenen Küche,

aber auch als Möglichkeit, unkompliziert in Kontakt zu treten.
Eine öffentliche Büchertauschbörse z.B. in Form einer alten Telefonzelle

wird von uns befüllt und regelmäßig ergänzt.
Wie Bücher kontinuierlich, so könnte Kleidung, Geschirr,

Selbstgemachtes oder Trödel sporadisch angeboten werden.
Zwei Studenten-Appartements für externe Mieter

(evtl. integrativ, je nach Bedarf…)

 

Weitere Mit-Bauherren und -frauen:
Wir Gründungsbauherren haben uns am 30. Mai 2020

in einer Interessengemeinschaft konstituiert

und am 21. Juli 2020 eine Planungs-GbR gegründet,

die zum Ziel hat, weitere Mit-Bauende zu finden

und das Projekt bis zum Grundstückskauf voran zu treiben.

Mit unserem vorliegenden Konzept wollen wir auf die Suche nach weiteren Mit-Bauenden gehen.

Unser Projekt wird von dem Architektenteam (Link: http://zusammenbau.de/index.php/team ) und dem

Team der Projektsteuerung (Link: https://wirbauen.team/) unterstützt und begleitet.

Wir freuen uns auf Bewerbungen und werden

nach einem positiven Kennenlerngespräch unsere Gruppe „auffüllen“.

Mit unseren klaren Vorstellungen sehen wir gute Voraussetzungen für Neueinsteiger,

sich über unser Projekt auch schon in diesem frühen Stadium ein gutes Bild machen zu können.


Beim 1. Wohnprojektetag, den die Stadt Augsburg auf dem Sheridan-Gelände
ausgerichtet hat, haben wir mit diesem Konzept für unsere Gruppe geworben.

Wir hatten große Freude daran, uns zu präsentieren!

Und unsere Gruppe wächst!!

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